Carl-Heinrich Rösch

*19.10.1808 †13.12.1866

Carl-Heinrich-Rösch studierte von 1825 - 1828 Medizin in Tübingen und promovierte 1833. Als Amtsarzt ließ er sich 1830 in Schwenningen nieder und engagierte sich dort in sozialer Hinsicht. Er gründete den „Mäßigkeitsverein“ und ein „Bürger-Museum“ als Erwachsenenbildungsstätte. In seiner Tätigkeit als Amtsarzt kam Dr. Rösch vermehrt mit dem Kretinismus in Berührung. Im Auftrag des Königs bereiste er mehrere Monate das Königreich Württemberg, um das Studium dieser Krankheit voran zu bringen. Bei der statistischen Erfassung wurde er von den Pfarrämtern unterstützt. So entstand eine epidemiologische Studie mit erstaunlicher Validität. Er tauschte sich mit C. Haldenwang aus und besuchte den Arzt Johannes Guggenbühl auf dem Abendberg bei Interlaken. In der dortigen Anstalt konnte er feststellen, dass auch bei Menschen mit Behinderung eine Besserung durch Förderung möglich war.

Verein Mariaberger Heime

Er nahm an, dass die gute Höhenluft und das klare Wasser, einfach gesündere Lebensbedingungen, zur Besserung beitrugen. So suchte er in Württemberg nach einer ähnlichen Höhenlage und gründete 1846 den Verein Mariaberger Heime. Als erster Direktor eröffnete er am 1. Mai 1847 die Mariaberger Heime, die sich der Betreuung und Förderung von Menschen mit Behinderung noch heute annehmen. Sein Engagement im „Vaterländischen Verein“ in Bad Urach führte dazu, dass er 1850 (nach der Restauration 1849) nach Gaildorf versetzt wurde.

Auswanderung in die USA

Im Herbst 1853 wanderte er mit seiner Familie über Frankreich in die USA aus, wo er sich zunächst in Texas als Farmer nieder ließ. Seine Frau und seine Tochter starben an Cholera. In St. Louis in Missouri lebten unter den Einwanderern besonders viele Süddeutsche. Dort ließ er sich als Arzt nieder und gehörte einem Komitee der Prüfärzte und dem Beirat der Apothekerschule von St. Louis an.